Rund um Schneverdingen
Rund um Schneverdingen

Die Schneverdinger Kirchen

St. Peter und Paul

Peter und PaulAn dieser Stelle in der Ortsmitte gab es wahrscheinlich schon vor über 750 Jahren eine Holzkirche, später Steinkirchen. Der jetzige Bau wurde 1775 errichtet. Wie bei vielen Dorfkirchen in der Lüneburger Heide dienten Feldsteine als Baumaterial, eiszeitliche Findlinge also, die die Bauern beim Pflügen der Felder zutage förderten. Der weithin sichtbare spitze Turm kam 1864 hinzu.
Das älteste Einrichtungsstück (um 1380) ist der bronzene Taufkessel. Der barocke Kanzelaltar stand ursprünglich wie üblich im Ostchor. Erst bei einem späteren Umbau wurde er an die Südwand versetzt. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1976. Mit ihren zwei Emporen bietet St. Peter und Paul fast 1000 Sitzplätze.

Eine Welt KircheEine-Welt-Kirche

Die ev.-luth. Markusgemeinde entstand 1993, nachdem die Stadt kräftig gewachsen war. Im Jahr 1999 erhielt sie ihr eigenes Gotteshaus, die Eine-Welt-Kirche, die ein externes Projekt der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover war. Das erklärt ihren Namen, ihre neuartige und einmalige Holzbauweise und den Eine-Erde-Altar. In ihm sollen eines Tages 7000 Erdproben aus aller Welt von Gottes guter Schöpfung und der Gemeinschaft aller Menschen zeugen.Beginnend mit dem Weg, der durch die Kirche führt, steckt diese voll verborgener Symbolik, und es lohnt sich, ihr eine Stunde zu widmen.

St. Ansgar

Durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen entstand in Schneverdingen auch eine katholische Gemeinde. 1963 wurde die Kirche geweiht, benannt nach St. Ansgar (801 – 865), dem Missionar Norddeutschlands und Gründer Hamburgs. Ihre klare Architektur nimmt die Form eines Heideschafstalles auf und die Wände aus farbigem Glas schaffen eine feierliche Atmosphäre.

Tour 1
Schneverdingen - Barrl - Ehrhorn (Walderlebniszentrum) - Heimbuch - Kirche Undeloh - Kirche Egestorf - Wilsede (Heidemuseum) - Wilseder Berg - Niederhaverbeck - Schneverdingen (Länge 40 – 45 km)

Ein Ausflug durch den Naturschutzpark Lüneburger Heide, Norddeutschlands ältestes und größtes Naturschutzgebiet. Ein Weg durch die Geschichte unserer Kulturlandschaft, durch Wald und Heide. Vor tausend Jahren hätte er nur durch Wald geführt, vor 200 Jahren fast nur durch weite Heideflächen. Heute überwiegt an dieser Route wieder der Wald. Das Walderlebniszentrum Ehrhorn zeigt, wie die Menschen über Jahrhunderte die Landschaft formten. Wie sie lebten und wirtschafteten, sieht man im Heidemuseum in Wilsede.Der Pastor-Bode-Weg zwischen Wilsede und Egestorf ist wohl der schönste Radweg im ganzen Heidegebiet. Er ist dem Pastor Wilhelm Bode aus Egestorf gewidmet, der um 1900 zu den Vorkämpfern für den Naturschutzpark gehörte.Vom Wilseder Berg, der höchsten Erhebung der Norddeutschen Tiefebene, bietet sich ein weiter Rundblick, im Norden bis zu den Türmen Hamburgs.

Kirche in UndelohDiese Tour führt uns zu zwei berühmten alten Heidekirchen: St. Magdalenen in Undeloh, deren Feldsteinschiff vermutlich über 800 Jahre alt ist, und St. Stephanus in Egestorf, einer Fachwerkkirche aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Bei beiden steht der hölzerne Glockenturm neben dem Hauptbau, wie wir es in der Lüneburger Heide häufig finden.Es ist schwer, eine Empfehlung zu geben, ob man diese Rundtour im Uhrzeigersinn oder umgekehrt abfahren soll. Am besten probiert es jeder selbst aus - zur Abwechslung bietet das Wegenetz genügend Varianten.

Tour 2
Schneverdingen - Eine-Welt-Kirche - Möhr (Naturschutzakademie) - Bockheber - Wulfsberg - Oberhaverbeck - Sellhorn - Behringen - Ole Kerk Bispingen - Timmerloh - Heber - Schneverdingen (45 – 50 km)

Diese Tour ist von weiten Heiden geprägt, wie sie vom Mittelalter bis um 1850 große Teile Norddwestdeutschlands bedeckten und die Grundlage einer kargen Landwirtschaft bildeten. Unter normalen Bedingungen wären sie längst in Wälder oder Felder umgewandelt worden. Dank der Einrichtung des Naturschutzparkes um 1910 konnte die Heide hier erhalten werden. Nördlich vom Hof Möhr quert man auf einem Bohlensteg ein kleines, aber botanisch hochinteressantes Moor.

Die Naturschutzakademie bietet ein Informationhaus und einen reich blühenden Bauerngarten.
Ab Oberhaverbeck wird die von den Eiszeitgletschern geformte Landschaft bewegter. Den Höhepunkt bildet der Totengrund. Dieser Tatkessel mit seinen Wacholderhainen ist eines der landschaftlichen Kleinodien Niedersachsens.Sellhorn lag ein halbes Jahrtausend als einsamer Bauernhof inmitten endloser Heiden. Seit 1860 ist es Sitz eines Forstamtes, von dem aus die umliegenden Wälder zunächst aufgeforstet wurden und nun bewirtschaftet werden.

Ole Kerk in BispingenIn Bispingen liegt, versteckt hinter der neugotischen St.-Antonius-Kirche von 1908, die „Ole Kerk“, die alte schlichte Feldsteinkirche von 1353, nebenan das alte Pfarrhaus, ein reetgedeckter Fachwerkbau, gemeinsam ein malerisches Ensemble.Westlich von Timmerloh führt der Weg noch einmal über die Heide. Vom Ende des 2. Weltkrieges bis 1994 übten hier britische Panzertruppen. Dann erlaubte die Entspannung zwischen Ost und West die Rückkehr der Natur.

Tour 3:
Schneverdingen – Möhr (Naturschutzakademie) – Scharrl – Deimern – Dittmern – Oeningen – Soltau – Lutherkirche – (Spielzeugmuseum) – St. Johannis - Wiedingen – Ellingen – Reimerdingen – Langeloh – Wieckhorst – Schneverdingen (rd. 45 km)

Der erste Abschnitt verläuft durch den Südteil des Naturschutzgebiets Lüneburger Heide, wo ein Umweg über Timmerloh uns auf weite Heidehöhen führen kann.In Soltau beherrschen zwei große Kirchen das Stadtbild. Von Oeningen kommend stößt man zuerst auf die Lutherkirche, deren wuchtiger Ziegelbau sich wie „eine feste Burg“ zwischen alten Bäumen an der Lüneburger Straße erhebt. Sie entstand 1910/11 im neugotischen Baustil, mit Ausmalungen und einem prächtigen Radleuchter im Jugendstil.An dem reich ausgestatteten Spielzeugmuseum vorüber führt der Weg nach St Johannis, der älteren der beiden großen Kirchen. Wie alle Johannes dem Täufer gewidmeten Kirchen steht sie am Wasser, in diesem Fall an der Soltau. Sie hatte mehrere Vorgänger, von denen der letzte 1906 einem Brand zum Opfer fiel. Der jetzige breit ausladende Kirchenbau von wurde 1911 im neubarocken Stil errichtet und zeigt im Inneren reiche Wand- und Deckengemälde.Wer sich nicht noch der Altstadt mit dem Hagen widmen will, kann von der Lutherkirche aus die Tour gleich am Flüßchen Soltau aufwärts fortsetzen. Ab Wiedingen leiten ihn Nebenstraßen über mehrere kleine Heidedörfer nordwärts nach Schneverdingen zurück.

Tour 4
Schneverdingen – Wieckhorst - Reimerdingen - Kirche Wolterdingen – Wieheholz - Gilmerdingen - Kirche Neuenkirchen - Rutenmühle – Brochdorf - Schwalingen –Sprengel – Königshof - Voigten – Schneverdingen (45 - 50 km)

Die Wege und Ziele der Touren 1 und 2 lagen hauptsächlich im alten Fürstentum Lüneburg, mit Tour 3, südlich und südwestlich von Schneverdingen, bewegen wir uns meist im historischen Bistum Verden. Sie führt zumeist auf birkengesäumten Nebenstraßen durch eine leicht wellige, ziemlich waldarme, aber abwechslungsreiche Agrarlandschaft. Raps- und Maisfelder und Windräder zeigen die Umstellung von der Ernährungs- zur Energiewirtschaft an. In den kleinen Dörfern finden sich aber noch viele heidetypische Bauernhäuser.

Kirche zu WolterdingenIn Wolterdingen stoßen wir auf ein Kleinod unter den Heidekirchen - eine liebevoll restaurierte gotische Backsteinkirche, schon 1396 genannt. Der hölzerne Turm trägt sehr alte Glocken, die älteste von 1350. St. Bartholomäus in Neuenkirchen wurde 1880 im neugotischen Stil errichtet, enthält aber noch Teile der Ausstattung des Vorgängerbaus.Auf dem Rückweg lohnt sich der Abstecher zur Sprengeler Windmühle, von deren Hügel man weit ins Land schaut.

Tour 5
Schneverdingen – Friedhof Wintermoor – Eggersmühlen – St. Antonius-Kirche in Fintel – Lünzen oder Insel – Schneverdingen (35 -40 km)

Im Gegensatz zu den Heidetouren 1 und 2 führt diese Route großenteils durch ehemalige Moorgebiete, die heute meist Wiesenlandschaften sind, mit eingestreuten kleinen Dörfern und Einzelhöfen. Die Fintau und ihre Nebenbäche führen das Wasser der Wümme, diese der Weser zu.Nordwestlich vom Bahnhof Wintermoor liegt im Feld der kleine Dorffriedhof. Er ist ein bewegendes Zeugnis dafür, welche Ereignisse und Schicksale sich während und am Ende des 2. Weltkrieges auch in dieser einsamen Gegend abspielten. Man sollte sich die Zeit für einen nachdenklichen Rundgang nehmen.In Eggersmühlen wird eine Wassermühle liebe­voll erhalten. Zu ihrem Betrieb ist die Fintau zu einem großen Mühlenteich aufgestaut.

Antoniuskirche in FintelDie St.-Antonius-Kirche zu Fintel, 1882 - 84 im neugotischen Stil erbaut, birgt noch einen Schnitzaltar, Heiligenfiguren und einen Taufstein aus der mittelalterlichen Vorgängerkirche. Sie ist, wie alle in diesem Blatt genannten Kirchen, den Sommer über regelmäßig geöffnet.Für die Rückfahrt bieten sich mehrere Möglichkeiten. Mühlenfreunde können in Lünzen eine weitere, in freiwilliger Arbeit restaurierte Wassermühle besuchen. In Insel findet man sonntags das „Federkiel-Museum“ geöffnet, das eine alte einklassige Dorfschule zeigt.

Empfohlene Karten und Führer:

 

Für Tour 1 - 3: Naturschutzgebiet Lüne­bur­ger Heide. Offizielle Wanderkarte 1 : 40.000 (LGN)

 

Für Tour 4 und 5: Topographische Karte 1 : 50.000, Blatt Schneverdingen (LGN)