Kirche kommt auf Touren
Radtouren zu Kirchen rund um Bispingen
Der Text von Pastor Christoph Meyer führt Sie in drei (etwas längeren) Routen rund um Bispingen:
Tour 1:
Rund um die Raubkammer
Von Bispingen aus wenden Sie sich nach Süden, nicht ohne den beiden Kirchen – der St. Antoniuskirche und der "Olen Kerk"- einen Besuch abgestattet zu haben.
Nach Verlassen der Feldmark nimmt Sie der herrliche Wald der Raubkammer auf. Sie lassen den Truppenübungsplatz Munster links liegen und radeln über Ilster nach Breloh, idyllisch an der Örtze gelegen. Hier besuchen Sie die Friedenskirche, einen verhältnismäßig jungen Kirchenbau, Zeichen dafür, dass Breloh nach dem zweiten Weltkrieg gewachsen ist.
Nach Munster, immer noch durch die Bundeswehr geprägt, ist es nun nicht mehr weit. Doch der Ort hat mehr, viel mehr zu bieten: Wenn Sie am romantisch gelegenen Mühlenteich oder an der Örtze entlang radeln, werden Sie sich gerne einladen lassen, eine Pause einzulegen. Gleich vier Kirchen warten auf Ihren Besuch: Die St. Urbanikirche aus dem 15. Jahrhundert, die Schafstallkirche St. Martin, im Osten gelegen; hier hat man einen 150 Jahre alten Schafstall als Kirche eingerichtet! Ferner die katholische Kirche St. Michael und die Militärkirche St. Stephanus, deren spitzer Turm sich hoch über den Ort erhebt.

Von Munster aus halten Sie sich in östlicher Richtung, um nach Oerrel zu gelangen, wo Sie unbedingt den Waldlehrpfad besuchen sollten. Wenn Sie Glück haben, können Sie den Tannenzapfenpflückern bei der Arbeit zuschauen, denn nur hier werden für die Aufzucht in Baumschulen die wertvollen Samen geerntet.
Noch ein Stück weiter nach Osten, und Sie sind in Eimke mit seiner alten, romantischen Dorfkirche, die in ihren ältesten Teilen auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Wenden Sie sich nun nach Norden, machen Sie einen Abstecher auf den Thonhopsberg und erfreuen Sie sich an dem herrlichen Ausblick. Bei Ellerndorf machen Sie einen kleinen Spaziergang durch die Wacholderheide, ein ganz besonders schönes Fleckchen Erde, das Sie in seinen Bann ziehen wird.
Wriedel bietet Ihnen zwei Kirchen: Die Ev.–luth. St. Suidbertkirche und die Bethlehemkirche der Selbständigen Ev.-luth. Gemeinde (SELK).
Nun liegt wieder ein ganz besonders schönes Stückchen Weg vor Ihnen, wenn Sie über Wulfsode, Lopau und Bockum nach Amelinghausen radeln. Die drei Kirchen zeugen von der Glaubensvielfalt der Christen gerade hier in der Heide: Die Ev.-luth. Hippolitkirche in der Ortsmitte, die katholische Kirche und die Pella – Kirche, die zur freikirchlichen Gemeinde gehört. Klar, dass an solchen Orten der ökumenische Gedanke ganz besonderes Gewicht hat.
Nach Westen müssen Sie sich nun wenden, an der Wohlenbütteler Mühle vorbei zur Nekropole von Soderstorf, einer sehenswerten Ansammlung von Großsteingräbern. Durch das Tal der Luhe kommen Sie nach Schwindebeck; hier müssen Sie unbedingt den kleinen Abstecher zur Schwindequelle machen, bevor Sie Ihren Ausgangspunkt Bispingen wieder erreichen.
Tour 2:
Luhegrund – Pietzmoor - Spitzbubenweg
Auch diese zweite Tour führt Sie von Bispingen aus erstmal ein Stück in südlicher Richtung: Durch den Luhegrund zur Luhequelle und immer weiter nach Süden, bis Sie nach Stübeckshorn gelangen, wo die Celler Lobetalarbeit, eine diakonische Einrichtung, ihren Hof betreibt, auch eine kleine Kapelle gehört dazu.
Soltau als zentraler Ort dieser Region ist ihr nächstes Ziel, und die neubarocke Johanniskirche mit ihrem Querschiff, die neugotische Lutherkirche, beide mit einmaliger Innenausmalung, die katholische Kirche St. Marien sowie die Zionskirche der SELK sind anzuschauen. Ebenso natürlich auch das Spielzeugmuseum in der Stadtmitte. Und einen Besuch der Soltau – Therme werden Sie sicher schon eingeplant haben.
Von hier aus wenden Sie sich nach Norden – schön ist der Weg am Ahlftener Flatt vorbei - um in Wolterdingen die kleine gotische Heilig - Geist - Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit ihrem freistehenden hölzernen Glockenturm zu bewundern.
Über Surbostel kommen Sie durch abwechslungsreiche Landschaft nach Heber; die dortige Friedenskirche ist ein schlichter Klinkerbau aus dem vorigen Jahrhundert. Auf Ihrem Weg nach Schneverdingen liegt linkerhand das Pietzmoor, rechts hingegen der Hof Möhr mit seiner Naturschutzakademie; beide sind allemal einen Besuch wert, bevor Sie in Schneverdingen am Ortsanfang rechts fahren, um zur Eine - Welt - Kirche der Ev.-luth. Markusgemeinde zu gelangen. Diese Kirche ist als EXPO - Projekt entstanden und zeigt Ihnen in eindrucksvoller Weise, wie man mit der Technik von heute so viel Natur wie möglich für den Menschen nutzbar machen kann. Eine sehr beeindruckende Kirche! Und der Altar dort zeigt in ganz besonderer Weise die Vielfalt unserer Erde.
Folgen Sie nun der Hauptstraße in die Stadtmitte hinein, wo der Turm der Kirche St. Peter und Paul die Dächer überragt. Es ist eine Feldsteinkirche, aber wesentlich jünger als so manche Dorfkirche, etwa 250 Jahre alt. Im Inneren sei ganz besonders auf das Taufbecken in der sehr seltenen Glockenform hingewiesen. Schließlich lädt auch die katholische Kirche St. Ansgar zur Besinnung ein.
Genießen Sie anschließend die weitläufigen Heideflächen des Höpen vor den Toren der Stadt, denen sich eine große sogenannte „Rote Fläche“ anschließt: Dies war vor noch gar nicht so langer Zeit ein Truppenübungsplatz und nun erobert sich die Natur in beeindruckender Weise dieses Gelände zurück. Folgen Sie dann dem „Spitzbubenweg“, erst durch herrlichen Wald, dann durch offene Heide im Tal der Haverbeeke nach Osten.
Mitten im Naturschutzgebiet liegt Niederhaverbeck, von wo aus Sie sich nach Süden wenden, um über die kleinen Siedlungen Wulfsberg und Tütsberg – hier unterhält der Verein Naturschutzpark einen Landschaftspflegehof - sowie über Behringen wieder nach Bispingen zu gelangen.
Tour 3:
Durch das Naturschutzgebiet
Diesmal geht es nach Norden, Sie fahren am besten über Behringen, biegen dort rechts ab, um durch ein wunderschönes Waldgebiet nach Sellhorn zu gelangen. Von hier ist es nur noch ein kurzes Wegstück, und Sie sind am Rande des Totengrundes. Dies ist wohl das schönste Fleckchen Erde im Naturschutzgebiet, und zugleich auch dessen Keimzelle. Gelang es doch dem bekannten „Heidepastor“ Wilhelm Bode 1906 diese Heidefläche zu kaufen und so vor einer geplanten Bebauung zu bewahren. An den Totengrund schließt sich der fast ebenso schöne Steingrund an, und Sie müssen nur noch ein kurzes Stück radeln, um Wilsede zu erreichen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und Sie können sich nach Ihrem Besuch im Museum und einem Rundgang durch das Dorf gut ein Bild davon machen, wie die Menschen hier in der Heide vor mehreren Generationen gelebt und gearbeitet haben.
Auf Ihrem weiteren Weg nordwärts Richtung Undeloh sollten Sie den kleinen Umweg über den Wilseder Berg nicht scheuen, Ihnen entginge sonst einer der schönsten Rundblicke in ganz Norddeutschland!
In Undeloh lädt die über 800jährige Magdalenenkirche mit ihrem freistehenden Glockenturm zu einer Pause ein: Lassen Sie sich von der Schlichtheit dieses Raumes verzaubern, ehe Sie wieder Ihr Rad besteigen, um Ihre Tour nun nach Osten fortzusetzen. Ihr nächstes Ziel ist Egestorf, wo Sie in der Ortsmitte die Stephanuskirche aufsuchen werden, die langjährige Wirkungsstätte des schon erwähnten „Heidepastors“. Hier also wurde die Idee geboren, diese eigentümliche Kulturlandschaft der Nachwelt zu erhalten. Wie gut, dass es damals Persönlichkeiten mit solchem Weitblick und solchem Durchsetzungsvermögen gab! Freilich: Einfach war das nicht, denn Gegner und Neider gab es immer schon. Vergessen Sie nun nicht, in die katholische Kirche Maria Assumpta mit ihren Marienfenstern zu schauen!
In nordöstlicher Richtung geht es weiter durch die aufgelockerte Landschaft nach Salzhausen. Hier fällt Ihnen bestimmt der runde Kirchturm auf, der so ganz unüblich für die Heide ist. Nun, es ist ein alter Wehrturm, der die Johanniskirche schmückt. Ganz so friedlich scheint es also früher hier doch nicht gewesen zu sein!
In Raven, südlich von Salzhausen gelegen, finden Sie eine wunderschöne kleine gotische Kirche, um 1400 auf den Fundamenten des Vorgängerbaues errichtet. Ganz malerisch liegt die dem heiligen Martin geweihte Kirche auf einem Hügel über dem Friedhof, auch im Inneren sollten Sie sich diese Kirche ansehen: Es lohnt sich!
Nun wird es Zeit, sich nach Südwesten zu orientieren, um in Hörpel die kleine neugotische St. Paulikirche der SELK zu besuchen. Jetzt ist es nicht mehr weit und über Borstel in der Kuhle haben Sie bald Ihren Ausgangspunkt Bispingen wieder erreicht.